In der Arktis hat die Meereisausdehnung in der vergangenen Woche zunächst kontinuierlich abgenommen, bevor sie in den letzten Tagen etwas stagniert ist. Die Meereisausdehnung liegt daher weiterhin deutlich unterhalb des langjährigen Mittels der Jahre 1981 bis 2010 und unter dem Mittel der Jahre 2011 bis 2020. Damit ist die Meereisausdehnung im Bereich der niedrigsten Meereisausdehnungen zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Satellitenbeobachtungen.
Weniger Eis als im langjährigen Median kommt weiterhin vor allem in der Barentssee und im Ochotskischen Meer vor. Etwas mehr Eis als gewöhnlich kommt derzeit im westlichen Teil des Beringmeers und der küstennahen südlichen Labradorsee vor. In der Baffin Bucht liegt die Meereisbedeckung im Bereich des langjährigen Mittels. Sowohl die Nordwest als auch die Nordostpassage sind vollständig
mit meist einjährigem Eis bedeckt.
In der kommenden Woche werden vor allem in der zentralen Arktis und von Grönland bis in die russische Arktis Lufttemperaturen oberhalb des langjährigen Mittels von 1979 bis 2000 erwartet. Im Kanadischen Archipel und entlang der Küste Alaskas wird es dagegen bis etwa zum Wochenende voraussichtlich meist etwas kälter als im langjährigen Mittel sein. Die Meereisausdehnung wird in der kommenden Woche jahreszeitlich bedingt voraussichtlich weiter abnehmen.
In der Antarktis hat die Meereisausdehnung in der vergangenen Woche jahreszeitlich bedingt kontinuierlich zugenommen. Die derzeitige Meereisausdehnung liegt unterhalb des Mittels der Jahre 1981 bis 2010, aber innerhalb der doppelten Standardabweichung. Die aktuelle Meereisausdehnung liegt im Bereich der vergangenen Jahre.
Im östlichen Wedellmeer kommt weiterhin etwas mehr Eis als im Median der Jahre 1981 bis 2010 zu dieser Jahreszeit vor. Im westlichen Wedellmeer und somit im Bereich der Antarktischen Halbinsel kommt dagegen etwas weniger Eis als gewöhnlich vor. Im Bereich der Amundsensee kommt ebenfalls etwas mehr Eis als gewöhnlich vor. Weniger Eis als im langjährigen Median kommt dagegen vor allem in der Bellingshausensee westlich der Antarktischen Halbinsel vor. Dort befindet sich derzeit so gut wie kein Eis auf See.
In der Ostantarktis liegt die Eiskante meist im Bereich des langjährigen Medians. Im touristisch geprägten Gebiet der westlichen Antarktischen Halbinsel ist die Meereissituation bis weit nach Süden hin entspannt. Entlang der Festlandküste treiben viele Eisberge.
In der kommenden Woche zeigt sich in der Antarktis kein einheitliches Bild der erwarteten Lufttemperaturen. Diese liegen mal über und mal unter dem langjährigen Mittel der Jahre 1979 bis 2000. Jahreszeitlich bedingt wird die Meereisbedeckung in der Antarktis in der kommenden Woche jedoch weiter zunehmen.
Herausgegeben vom Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie,
am 20.04.2026
Quelle: Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie