In der Arktis hat die Meereisausdehnung in der vergangenen Woche geringfügig zugenommen, aber sich insgesamt nicht groß verändert.                  Die Meereisausdehnung liegt weiterhin deutlich unterhalb des langjährigen Mittels der Jahre 1981 bis 2010 und unter dem Mittel der Jahre 2011 bis 2020. Zudem ist die aktuelle Meereisausdehnung im Bereich der niedrigsten zu diesem Zeitpunkt des Jahres seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen im Jahre 1979. 2025 war die Ausdehnung noch etwas geringer.


Weniger Eis als im langjährigen Mittel kommt vor allem von östlich Grönlands über Spitzbergen bis nach Nowaja Semlja und im Ochotskischen Meer vor. Aber auch in der Baffin Bucht und weiter südlich entlang der kanadischen Küste befindet sich etwas weniger Eis als gewöhnlich.

 

Etwas mehr Eis als gewöhnlich kommt derzeit im östlichen Teil des Beringmeers vor. Sowohl die Nordwest als auch die
Nordostpassage sind vollständig mit meist einjährigem Eis bedeckt.


In der kommenden Woche werden entlang der Küsten von Alaska und Festlandkanada sowie in der Karasee meist Lufttemperaturen unterhalb des langjährigen Mittels von 1979 bis 2000 erwartet. Woanders, und besonders auch in der zentralen Arktis, werden Temperaturen zuerst meist oberhalb und am Ende der Woche deutlich oberhalb des langjährigen Mittel erwartet.

 

Die Meereisausdehnung wird in der kommenden Woche daher abnehmen, so dass möglicherweise das jährliche Maximum schon erreicht wurde.


In der Antarktis hat die Meereisausdehnung in der vergangenen Woche begonnen wieder zuzunehmen und scheint das jährliche Minimum der Meereisausdehnung durchschritten zu haben. Die derzeitige Meereisausdehnung liegt leicht unterhalb des Mittels der Jahre 1981-2010 und damit im unteren Mittelfeld der Meereisausdehnungen zu diesem Zeitpunkt des Jahres seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen im Jahre 1979.

 

Die derzeitige Meereisausdehnung ist die größte seit 2022. Im Wedellmeer kommt weiterhin deutlich mehr Eis als gewöhnlich zu dieser Jahreszeit vor. Örtlich treibt das Eis im Norden bis 61 Grad süd und bis etwa 35 Grad west.

 

Weniger Eis als im langjährigen Mittel kommt vor allem in der Bellingshausensee, also westlich der Antarktischen Halbinsel und im Rossmeer vor. In der Ostantarktis zeigt sich ein gemischtes Bild. Mal kommt etwas mehr und mal etwas weniger Eis als gewöhnlich vor. Im touristisch geprägten Gebiet der westlichen Antarktischen Halbinsel ist die Eissituation entspannt. Vor allem im nördlichen Teil treiben entlang der westlichen Küste viele kleinere Eisberge.


In der kommenden Woche werden in der Westantarktis meist Lufttemperaturen oberhalb des langjährigen Mittels der Jahre 1979–2000 erwartet, im Bereich der Ostantarktis schwanken sie an den Küsten meist im normalen Schwankungsbereichs des langjährigen Mittels. Jahreszeitlich bedingt nimmt die Eisbedeckung wohl etwas zu, dies aber nur in geringem Maße.


Herausgegeben vom Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie,
am 16.03.2026


Quelle: Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie